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Meldung vom 07.09.2017

Neuigkeit

Gülleeinleitung ins Abwassersystem

Massive Probleme in der Kläranlage Roßleben

 

Dass in unseren Kläranlagen so einiges angeschwemmt wird, was nicht in die Kanalisation gehört, sind unsere Mitarbeiter des Bereiches Abwasser beim Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserverband schon fast gewöhnt. Aber bei Arbeitsbeginn am 29.08.2017 einen penetranten Geruch von Gülle in der Nase zu haben, gehört nicht zu den Alltäglichkeiten dieses Arbeitsplatzes, obwohl man mehr oder weniger mit unangenehmen Geruchsempfindungen zu tun hat.

Umgehend wurden Proben gezogen und eine massive Beeinträchtigung der biologischen Reinigungsstufe, mit einem enormen Abfall des pH-Wertes und eine erhöhte Konzentration von Phosphor festgestellt. Mit erheblichem Aufwand der Klärwärter vor Ort konnte die Biologie stabilisiert und erhalten werden. Noch größerer Schaden und eine Schädigung der Umwelt wurde abgewendet.

Worauf wir ordentliche Nutzer unserer öffentlichen Entwässerungsanlage sitzen bleiben, sind die Kosten, die sich in unseren Abwassergebühren niederschlagen, insofern der Verursacher nicht ermittelt werden kann.

Gewässerschutz geht jeden etwas an.

Gegen Einzeltäter helfen nur Zivilcourage und die zeitnahe Information an den zuständigen

Abwasserentsorgungspflichtigen, den Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserverband.

Tel.: 03466 329-0

 

 

Was kann jeder Einzelne tun, um zusätzlichen Aufwand zu vermeiden, das Abwasser so wenig wie möglich zu belasten und die Umwelt zu schützen?

 

  • Benutzen Sie Ihre Toilette nicht als Abfallbehälter. Zigarettenkippen, Katzenstreu und Hygieneartikel (Wattestäbchen, Binden, Windeln, Slipeinlagen, Feuchttücher) gehören in den Restmüll, nicht ins Abwasser.

 

  • Farben, Lacke, Lösungsmittel, Mittel zum Pflanzenschutz und der Schädlings-bekämpfung müssen über die Schadstoffmengensammlung entsorgt werden. Dort gehören auch Altöle und Waschbenzin hin. Alle diese Stoffe vergiften das Abwasser und gefährden eine kreislaufgerechte Verwertung des Klärschlamms in der Landwirtschaft.

 

  • Frittierfette und Speiseöle lagern sich in den Rohren ab und führen zu Verstopfungen.

 

  • Gefährlich sind Altmedikamente. Viele Substanzen, die uns im Krankheitsfall helfen sollen, werden im Klärprozess nicht abgebaut und belasten unsere Umwelt. Bei der Entsorgung wenden Sie sich an Ihre Apotheke.

 

  • Aggressive Allzweck-, Sanitär-, Abfluss- und WC-Reiniger können Rohrleitungen und Dichtungen angreifen und vergiften das Abwasser. Nutzen sie besser natürliche Essenzen, Neutralseife und mechanische Reinigungshilfen, wie Saugglocken und die altbewährte Toilettenbürste.

 

Bartels

Werkleiter