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Meldung vom 05.09.2017

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Festveranstaltung - 20 Jahre KAT

Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserverband feiert Jubiläum

Eine Botschaft lag Falk Barthels bei der Feststunde zum 20-jähigen Bestehen des Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserverbandes (KAT) am Freitag besonders am Herzen.

„Bedenken Sie, dass das wichtigste Lebensmittel, das Wasser, Allgemeingut bleibt und nicht zum Spielball privater Investoren wird“, sagte der Werkleiter des KAT und richtete die Worte an die Vertreter der Landesregierung, die seiner Einladung nach Artern nicht gefolgt waren.

Dennoch sammelte sich am Morgen viel Prominenz aus der Lokalpolitik im Festzelt neben der Kläranlage. Neben Landrätin Antje Hochwind und Arterns Bürgermeisterin Christine Zimmer waren viele Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden mit von der Partie, wie Sebastian Koch aus Gehofen und Karl-Heinz Weinreich aus Heygendorf. Beide schätzen den KAT als wertvolles Gut, gerade für die kleineren Gemeinden, die die Aufgaben kaum alleine stemmen könnten. Beide gehören dem Trinkwasser- und dem Abwasserverband an, wobei sie keinen direkten Anschluss an die Kanalisation haben und auch in den kommenden Jahren noch keine Aussicht auf einen solchen Anschluss besteht.

In Heygendorf laufe das Abwasser teilweise noch auf die Straße. „Natürlich muss sich da etwas ändern“, sagte Weinreich, der schon Vorschläge des KAT gehört hat, wie seine Gemeinde an das Netz angeschlossen werden könnte, nur der zeitliche Rahmen sei eben noch nicht abgesteckt. Bis 2021 werde es erstmal nichts, denn bis zu diesem Jahr sind die Investitionen des KAT, der auf Fördermittel angewiesen ist, schon verplant.

In Gehofen ist die Lage ähnlich. Hier läuft das vorgeklärte Abwasser noch in Gräben, die über die Jahre verschlammen. „An einigen Stellen ist die fehlende Kanalisation auch zu riechen“, sagte Bürgermeister Koch, der gerade erst 45.000 Euro Bedarfszuweisungen für die Entschlammung der Gräben beantragt hat. Über solche Probleme braucht sich Bad Frankenhausens Bürgermeister Matthias Strejc mit einem eigenen Klärwerk wenig Sorgen machen. Er ist zur Zeit der Vorsitzende des Verbands und hob in seiner Ansprache die herausragenden Leistungen des KAT hervor. „Schauen wir doch mal ins Jahr 1989, wie die Gemeinden da aussahen, da lief das Abwasser in die Gossen, davon ist heute nichts mehr zu sehen.“ Sein Blick richtete sich allerdings auch in die Zukunft.

Bürger wollen nicht für Abwasser bezahlen

Der demografische Wandel werde zwangsläufig dazu führen, dass die finanzielle Last, also die fixen Kosten des Verbands, auf weniger Schultern verteilt werden müssten. Allerdings sollten sich die Bürger keine Sorgen machen. Der KAT arbeite schon jetzt an Lösungen, um die Preisstabilität auch in Zukunft zu erhalten.

Der Start des Verbands war allerdings kein einfaches Unterfangen. „Wir hatten da schon hitzige Debatten in den Sitzungen“, sagte Helmut Lewandowski, der den KAT 15 Jahre seit der Gründung begleitet hat. Aus der Midewa, der Wasserversorgung Mitteldeutschland, die aus den staatlichen Strukturen der DDR nach der Wende hervorging, musste der Verband zu Beginn den Bestand der Gemeinden entflechten und zum Verbandsvermögen zuführen. „Da gab es natürlich Gemeinden, die alte Wasseranlagen selber noch nutzen wollten, das ging natürlich nicht.“ Die Diskussionen seien nicht immer einfach gewesen, aber dennoch seien am Ende immer Kompromisse dabei herumgekommen.

Den Bürgern zu vermitteln, dass sie auf einmal für ihr Abwasser bezahlen müssen, sei auch nicht ohne Reibereien abgelaufen. „Da beanspruchten einige Bürger Kanäle für sich, die in der DDR mit Staatsmitteln finanziert wurden und wollten dann von der Gebühr befreit werden, das geht natürlich nicht.“ Wer nachweisen konnte, dass er Geld investierte, der wurde entsprechend entlastet. 20 Jahre später habe sich das System etabliert und die Bürger akzeptierten, wie es funktioniert. Und die kamen auch zahlreich zum öffentlichen Teil des Festaktes und schauten sich das Klärwerk einmal genauer an.

Steffen Högemann / 26.08.17